Stand: 20. Mai 2005

OS/2 wird salonfähig:

Wie ich mir einen wohnzimmertauglichen PC gebaut habe

"wohnzimmertauglich" bedeutet: vor allem leise sollt er sein, aber auch optisch sollte er den Ansprüchen an heutige Multimedia-Wohnmöbel gerecht werden (sogen. WAF - Woman's Acceptance Factor).
So sieht die Kiste aus... Black Beauty, aber es gibt ihn auch in Silber.
Abmessungen (BxHxT): 32 x 11,5 x 26 cm (mehr Info auf der IBKS-Homepage)
So sieht's im Wohnzimmer aus
Auf Grund von Empfehlungen und Hörensagen entschied ich mich für ein Mini-ITX-System von VIA. Die durch diesen Formfaktor bedingten Gehäuse sind schnuckelig und klein, was aber nicht nur Vorteile besitzt: es passen nur die nötigsten Komponenten hinein: 1 x CDROM, 1 x 3,5" Festplatte, 1 x PCI. LAN, Sound, Grafik sind onboard (LAN habe ich allerdings nicht benutzt).

Das letztlich zum Einsatz kommende System besteht aus folgenden Komponenten:
  Komponente: Preis (Eur): Quelle:
1. Gehäuse SilverStone SST-LC06B (inkl. Netzteil) 158,00 Fa. IBKS, Abt. Gehäuse
2. Mainboard EPIA-M-10000 Mini ITX, mit CPU 1 GHz 145,00 Fa. IBKS, Abt. Mainboards
oder direkt bei VIA
3. RAM (DDR-512-400) 512 MB 76,00 Fa. IBKS, Abt. Mainboards
oder direkt bei VIA
4. CPU-Kühler Verax A1-65201237-KT (Art.No. 0200234) (zum Austausch des zum Board gehörenden EPIA-Lüfters, der zwar kein Brüller, aber für meinen Geschmack zu laut ist). 60,80 VERAX Ventilatoren GmbH
5. Festplatte 160 GB (Samsung SP1604N P80, Par.ATA) 79,00 z.B. Atelco
6. DVD-ROM Samsung 25,00 z.B. Atelco
7. USB 2.0-Cardreader 8in1 (anstelle eines Disketten-Laufwerks) 19,90 z.B. Atelco
8. Soundkarte Soundblaster Live. Die PCI-Karte wurde mittels einer Riser-Card, die dem Gehäuse beilag, installiert. 12,00 ersteigert bei eBay
9. Funk-Maus/ -Tastatur (Reichweite knapp 3 Meter) 45,00 z.B. Atelco
  Gesamtpreis Hardware 620,70


Als Betriebssystem kam eCS 1.2 zum Einsatz. Installiert wurde direkt von CD-ROM. Es gab null Probleme, ein Riesenfortschritt gegenüber eCS 1.0. Die SB Live Soundcard wurde standardmässig erkannt (zu dem Onboard-Soundchip lag zwar sogar ein OS/2-Treiber bei, es gab aber einige Probleme, zu deren Lösung ich keine Lust hatte, da ich davon ausging, dass eine Soundblaster Live ohnehin bessere Klang-Qualität liefert).

Ebenso wurde der Onboard-Grafikchip problemlos erkannt, bis zu einer Auflösung von 1280 x 1024 in 16Mio Farben.

Die (jungfräuliche) 160GB-Festplatte habe ich wie folgt formatiert (im Rahmen der Installation):
  1. Primäre Partition C: (1 GB; Boot-Partition; HPFS)
  2. Sekundäre Partition D: (150 GB; MP3s und MPGs; JFS)
  3. Sekundäre Partition E: (9 GB; Div. Daten; JFS)


Wertung:
Vor allem dank des JFS-Dateisystems ist der Rechner sehr schnell nach dem Einschalten betriebsbereit, ein Umstand, der gerade für ein Gerät zum Musikhören nicht zu unterschätzen ist (bei HPFS würde der Bootvorgang recht lange dauern, vor allem da das initiale Durchchecken der 160 GB allein fast 4 Minuten dauern würde (Zahlen aus vergleichbarem Athlon-System)).

Und das Gerät ist wirklich sehr leise. Der CPU-Lüfter von Verax ist zwar mit 60 Euro ziemlich teuer, aber IMHO die Ausgabe wert: er ist schlicht unhörbar. Ebenso die Samsung-Festplatte, die zwar nicht vollkommen lautlos, aber dermassen geräuscharm ist, dass man schon im Abstand von 2 Metern praktisch nichts mehr hört.

Und der WAF? Über Geschmack lässt sich zwar immer streiten, aber letztlich sieht das Gerät aus wie eine x-beliebige moderne Komponente im HiFi-Regal (wo es auch steht), die meisten HiFi-Verstärker sind voluminöser. Nur die Tastatur und der TFT-Monitor verraten, dass es sich um einen PC handelt.

Rechnerleistung:
Das EPIA-Board mit dem aufgelöteten VIA-Processor leistet 1 GHz, heutzutage nicht zum Totlachen, aber zum Abspielen von MP3s und MPG-Videos (auch ruckelfrei) ist die Leistung mehr als ausreichend. Subjektiv hatte ich bisher keinerlei Gefühl, mehr Prozessor-Leistung zu benötigen.

Zu guter Letzt muss noch die Software erwähnt werden, die für die multimedialen Effekte sorgt:
Musik: CDMagic
Video: WarpVision



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